Fahren in Chile

Fahren in Chile

Höchstgeschwindigkeit

Die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften und Städten beträgt 60 km/h, teilweise auch nur 50 km/h. Auf den Landstrassen sind, wenn nicht anders angegeben, 100 km/h erlaubt, auf den Autobahnen gilt 120 km/h als Höchstgeschwindigkeit. Diese Tempolimits sollte man einhalten, auch wenn die Strassenverhältnisse und die oft leeren Strassen teilweise zu schnellerem Fahren einladen. Es gibt vermehrt Geschwindigkeitskontrollen und die Polizei drückt selbst bei ahnungslosen Touristen selten ein Auge zu.

Panamericana und andere Autobahnen

Die Panamericana zwischen La Serena und Puerto Montt und die anderen Autobahnen sind weitestgehend modern und gut ausgebaut. Sie sind bis auf einige wenige Ausnahmen sauber geteert und verfügen über Standstreifen sowie zwei Fahrbahnen. Chilenen sind chronische Linksfahrer und machen nur selten Platz für schneller fahrende Autos. Seien Sie darauf gefasst, dass Sie auch mal rechts überholt werden. Vergewissern Sie sich daher bitte immer gut im Rückspiegel, ob nicht ein Auto angerast kommt.

Bitte aufpassen, in Chile kann es durchaus passieren, dass Fahrradfahrer, Fussgänger, Pferde- oder Kuhgespanne auf der Autobahn unterwegs sind.

Ab La Serena bis Arica ist die Panamericana nur einspurig, abgesehen von ein paar ausgebauten zweispurigen Streckenabschnitten.

Carretera Austral

Die berühmte Carretera Austral in Patagonien ist eine der beliebtesten Strecken für Touristen aus dem In- und Ausland. Sie hat eine Länge von ungefähr 1.250 km und ist eine gut ausgebaute Schotterstrasse. Dennoch ist das schnelle Fahren hier nicht möglich und man braucht entsprechend lange, um die gesamte Strecke (oder auch nur Teilstrecken) abzufahren. Das Landschaftsbild, das sich einem im gesamten Bereich der Carretera Austral bietet, ist unbeschreiblich schön und beeindruckend.

Aufgrund des Strassenzustandes erlauben die Autovermieter das Befahren der Carretera Austral nur mit einen Pick-up oder Jeep. Ferner sind alle unsere Camper für das Fahren auf der Carretera Austral geeignet.

Autobahn-Maut

In Chile muss man für die Autobahnbenutzung eine Maut bezahlen. Die Preise variieren je nach Strecke und Abschnitt. Ausserhalb Santiagos wird die Maut an fest installierten Mautstellen direkt in bar kassiert. Heben Sie am besten immer den Zahlungsbeleg auf, denn wenn Sie diesen vorweisen können, wird Ihnen teilweise die eventuell zusätzlich fällige Maut bei der Abfahrt von der Autobahn erlassen.

In Santiago wird die Maut über den im Jahr 2004 neu eingeführten TAG abgerechnet und automatisch bezahlt. Dieser TAG muss in jedem Auto, das die Stadtautobahn in Santiago benutzt, installiert sein. Alle unsere Mietfahrzeuge und Camper sind damit ausgestattet. Der TAG reagiert mit einem Piep auf die mit Sensoren ausgestatteten Sendemasten, die auf den Autobahnen angebracht sind.

Nebenstrecken

Viele Nebenstrecken sind zwar wunderschön, jedoch häufig nicht asphaltiert. Hierzu gehören auch so gut wie alle Zubringerstrassen zu Chiles wunderschönen Nationalparks. Die Schotterstrassen sind in sehr unterschiedlichem Zustand. Plant man eine längere Fahrt über Schotterpisten, sollte man dies nicht mit einem gewöhnlichen Auto tun, sondern einen Pick-up oder ein Allradfahrzeug anmieten. Auch ist es ratsam immer ein Ersatzrad dabei zu haben.

Strassenkarten

In manchen Gegenden wäre man ohne eine zuverlässige Strassenkarte sehr verloren. In abgelegenen, und teilweise auch in touristischen Gebieten, ist die Beschilderung mangelhaft bis sehr schlecht. Verlassen Sie sich daher bitte nicht auf Wegweiser, sondern haben Sie immer eine gute Strassenkarte dabei. Einen guten Strassenatlas erhalten Sie beispielsweise bei den Copec-Tankstellen bereits für unter 10 €.

Tankstellen

Wenn Sie in abgelegene Gegenden fahren, dann sollte Ihr Tank unbedingt immer voll sein. Das Mitführen eines Ersatzkanisters ist per Gesetz nur auf der Ladefläche eines Pick-ups erlaubt. Die Tankstellen sind dort oft rar und mögliche Hilfe unter Umständen weit entfernt, wenn man ungewollt stehen bleibt. Erkundigen Sie sich vor der Abfahrt bei der örtlichen Polizeidienststelle nach dem Tankstellennetz auf der Stecke. Auf den Autobahnen gibt es ausreichend Tankstellen. In Santiago liegen die Benzinpreise bei etwa 1,20 € pro Liter Benzin, bzw. ca. 1,00 € pro Liter Diesel (Angaben freibleibend, schwankend und wechselkursabhängig). Generell steigen die Benzinpreise, je weiter Sie sich von der Hauptstadt entfernen.

Bitte erkundigen Sie sich bei der Fahrzeugübernahme bei Ihrem Autovermieter, welchen Kraftstoff Sie tanken müssen.

Fast jede Tankstelle verfügt über Tankwarte, die Ihnen das Auto auftanken und nach Wunsch auch die Windschutz- und Heckscheiben reinigen bzw. Öl- und Wasserstand kontrollieren (sie erwarten dafür ein kleines Trinkgeld). Anschliessend können Sie bequem vom Auto aus mit Kreditkarte oder in bar bezahlen. Im Grunde genommen müssen Sie das Auto während des Tankvorgangs nicht verlassen. Bitte passen Sie unbedingt darauf auf, dass Sie nicht übers Ohr gehauen werden. Es kommt nicht selten vor, dass die cleveren Tankwarte Ihnen einen falschen Betrag untermoggeln möchten. Vergewissern Sie sich, dass der Tankzähler vor Ihrer Tankladung auch auf 0 steht und überprüfen Sie anschliessend den zu zahlenden Betrag auf dem Tankzähler der Tankstelle.

Polizeikontrollen

Vor allem während der Hauptreisezeit in den chilenischen Sommermonaten und an langen Wochenenden ist mit einer erhöhten Polizeipräsenz (Carabineros) auf den Autobahnen zu rechnen. Sie kontrollieren das Einhalten des Tempolimits und Beachten der Strassenverkehrsordnung. Auch werden stichprobenartig Fahrzeugpapiere, Führerschein und Ausweis kontrolliert. Führen Sie daher bitte immer alle Dokumente mit sich. Seit 2012 gilt in Chile die 0-Promille-Regelung, was von den Carabineros auch häufig und sehr streng kontrolliert wird. Bitte niemals unter Alkoholeinfluss fahren! Seit Mitte 2007 muss man auf Chiles Autobahnen und Landstrassen mit dem Abblendlicht fahren. Nichtbeachten wird mit einem Bussgeld bestraft.

Sicherheitsvorkehrungen

Bitte schliessen Sie das Auto immer gut ab und lassen Sie niemals die Fenster – auch nicht nur einen Spalt – offen. Um ganz sicher zu gehen, sollte man auch beim Fahren das Auto immer verriegelt haben. Während der Rotphasen an Ampeln lauern manchmal Diebe, die in wenigen Augenblicken die Autofenster einschlagen und Handtasche, Rucksack oder andere Gegenstände aus dem Auto entwenden könnten. Dieser Ratschlag sollte auf jeden Fall in den ärmeren Vierteln oder an grossen Kreuzungen im Stadtgebiet von Santiago de Chile berücksichtigt werden.

Fahren in Santiago

Spätestens wenn man in Santiago selbst hinter dem Steuer sitzt, merkt man, dass man sich in einer Millionenmetropole befindet. Es wird gehupt, gedrängelt, geschimpft und geflucht. Dennoch, es erwartet Sie nicht das gleiche Chaos wie in anderen lateinamerikanischen Städten. Die Chilenen sind recht “zivilisierte” Autofahrer und beachten generell auch die Strassenverkehrsordnung. Allerdings ist auf Santiagos Strassen immer sehr viel los und dies kommt für Sie sicherlich zu der fehlenden Stadt- und Strassenkenntnis erschwerend hinzu.

Auf Santiagos Hauptverkehrsadern sind je ein bzw. zwei Fahrstreifen auf der rechten Seite für Busse und Taxis vorgesehen. Diese sind durch einen gelben Mittelstreifen abgetrennt. Auf diesen beiden Fahrbahnen dürfen prinzipiell keine Autos fahren. Diese Regel wird allerdings nicht immer und überall eingehalten. Wir raten dennoch zur Vorsicht, da an manchen Stellen Kameras angebracht sind oder Polizeikontrollen durchgeführt werden und Zuwiderhandeln mit einem Bussgeld bestraft wird.

Die Qualität der Strassen in Santiago ist nur mehr oder weniger gut. Die Regierung bemüht sich sehr, die Strassen nach und nach zu verbessern, aber viele sind nach wie vor von riesigen Schlaglöchern übersät.

Unbedingt aufpassen sollte man im Berufsverkehr. Viele der Hauptverkehrsstrassen ändern zu dieser Zeit die Fahrtrichtung und der Verkehr fliesst nur noch in eine Richtung. Die Avenida Andrés Bello (Costanera) zum Beispiel ist morgens zwischen 7:30 und 10:00 Uhr nur in westlicher Fahrtrichtung befahrbar und abends von 17:00 bis 21:00 Uhr nur andersherum, also von Westen nach Osten. Das gleiche gilt für die Avenida Presidente Riesco. Sie ist zwischen 7:30 bis 12:00 Uhr nur Richtung Westen und zwischen 12:00 und 21:00 Uhr nur Richtung Osten befahrbar. Die Strasse Salvador ändert ebenfalls die Fahrtrichtung, aber von Norden nach Süden.

In Santiago gibt es sehr viele Einbahnstrassen. Diese erkennt man an den Pfeilen auf den Strassenschildern, die die Fahrtrichtung anzeigen. Bitte achten Sie unbedingt darauf, bevor Sie in eine Strasse abbiegen.

Generell kann man sagen, dass die Beschilderung in der Hauptstadt gut ist. Je weiter man nach Osten fährt, desto besser findet man sich in der Regel zurecht. In den ärmeren Vierteln und im Zentrum sind die Strassenschilder oft mit Graffity besprüht oder gar nicht mehr vorhanden. Man muss sich auch darauf gefasst machen, dass die Beschilderung plötzlich aufhört. Im Zweifelsfall versuchen Sie sich an den Anden zu orientieren oder suchen Sie die nächstgrössere Strasse.

Die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h in Santiago wird so gut wie nie eingehalten, jedoch zum Ärger von vielen immer öfter von der Polizei mit Radargeräten oder Laserpistolen kontrolliert. Also bitte nicht zu schnell fahren!

Fast überall in Santiago sind so genannte “Einpark-Assistenten” zu finden. Teilweise sind diese von der Stadt angestellt. Diese Einparker helfen einem, ob nötig oder nicht, durch Handzeichen und Zurufen das Auto zu parken und schliesslich das Auto zu bewachen. Die offiziellen Parkgebühren werden von jedem Stadtviertel festgelegt und man bekommt nach Bezahlung einen Beleg. Die “freiberuflichen” Autoeinparker und Aufpasser installieren sich in der Regel abends und nachts in den Strassen und erwarten ein Trinkgeld für ihre Dienste. Je nach Parkdauer zahlt man zwischen 300 und 1.000 Pesos.

Santiagos Umgehungsstrassen und Stadtautobahnen verfügen über ein hochmodernes Maut-System, das im Jahr 2004 eingeführt wurde und ständig weiter ausgebaut wird. Die Strassen sind an verschiedenen Abschnitten mit Sendemasten versehen, welche mit dem im Auto angebrachten TAG (kleines elektronisches Gerät an der Innenseite der Windschutzscheibe) synchronisiert sind und die Maut-Gebühren automatisch erfassen. Auch unsere Mietwagen enthalten dieses Gerät und die Gebühren sind pauschal im Mietpreis enthalten.

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