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Spätestens wenn man in Santiago selbst hinter dem Steuer sitzt, merkt man, dass man sich in einer Millionenmetropole befindet. Es wird gehupt, gedrängelt, geschimpft und geflucht. Dennoch, es erwartet Sie nicht das gleiche Chaos wie in anderen lateinamerikanischen Städten. Die Chilenen sind recht "zivilisierte" Autofahrer und beachten generell auch die Strassenverkehrsordnung. Allerdings ist auf Santiagos Strassen immer sehr viel los und dies mag anfangs vielleicht einen etwas chaotischen Eindruck erwecken.
Auf Santiagos Hauptverkehrsadern sind je ein bzw. zwei Fahrstreifen auf der rechten Seite für Busse und Taxis vorgesehen. Diese sind durch einen gelben Mittelstreifen abgetrennt. Auf diesen beiden Fahrbahnen dürfen prinzipiell keine Autos fahren. Diese Regel wird allerdings nicht immer und überall eingehalten. Wir raten dennoch zu Vorsicht, da an manchen Stellen Kameras angebracht oder Polizeikontrollen vorhanden sind und Zuwiderhandeln mit einem Bussgeld bestraft wird.
Die Qualität der Strassen in Santiago ist nur mehr oder weniger gut. Die Regierung bemüht sich sehr die Strassen nach und nach zu verbessern, aber viele sind nach wie vor von riesigen Schlaglöchern übersät.
Unbedingt aufpassen sollte man im Berufsverkehr. Viele der Hauptverkehrsstrassen ändern zu dieser Zeit die Fahrtrichtung und der Verkehr fliesst nur noch in eine Richtung. Die Avenida Andrés Bello (Costanera) zum Beispiel ist morgens zwischen 7.30 und 10.00 Uhr nur in westlicher Fahrtrichtung befahrbar und abends von 17.00 bis 21.00 Uhr nur von Westen nach Osten. Das gleiche gilt für Avenida Presidente Riesco; sie ist zwischen 7.30 bis 12.00 Uhr nur Richtung Westen und zwischen 12.00 und 21.00 Uhr nur Richtung Osten befahrbar. Die Strasse Salvador ändert ebenfalls die Fahrtrichtung, aber von Norden nach Süden.
In Santiago gibt es sehr viele Einbahnstrassen. Diese erkennt man an den Pfeilen auf den Strassenschildern, die die Fahrtrichtung anzeigen. Bitte unbedingt darauf achten, bevor man in eine Strasse abbiegt!
Generell kann man sagen, dass die Beschilderung in der Hauptstadt gut ist. Je weiter man nach Osten fährt, desto besser findet man sich in der Regel zurecht. In den ärmeren Vierteln und im Zentrum sind die Strassenschilder oft mit Graffity besprüht oder gar nicht mehr vorhanden. Man muss sich auch darauf gefasst machen, dass die Beschilderung plötzlich aufhört. Im Zweifelsfall versuchen Sie sich an den Anden zu orientieren oder suchen Sie die nächstgrössere Strasse.
Die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h in Santiago wird so gut wie nie eingehalten, jedoch zum Ärger von vielen immer öfter von der Polizei mit Radargeräten oder Laserpistolen kontrolliert. Also bitte nicht zu schnell fahren!
Fast überall in Santiago sind so genannte "Einpark-Assistenten" zu finden. Teilweise sind diese von der Stadt angestellt, oftmals jedoch auch nicht. Diese Einparker helfen einem, ob nötig oder nicht, durch Handzeichen und Zurufen das Auto zu parken und schliesslich das Auto zu bewachen. Die offiziellen Parkgebühren werden von jedem Stadtviertel festgelegt und man bekommt nach Bezahlung einen Beleg. Die "freiberuflichen" Autoeinparker und Aufpasser installieren sich in der Regel abends und nachts in den Strassen und erwarten ein Trinkgeld für ihre Dienste. Je nach Parkdauer hat sich eingebürgert zwischen 300 und 1.000 Pesos zu bezahlen.
Santiagos Umgehungsstrassen und Stadtautobahnen verfügen über ein hochmodernes Maut-System, das im Jahr 2004 eingeführt wurde und ständig weiter ausgebaut wird. Die Strassen sind an verschiedenen Abschnitten mit Sendemasten versehen, welche mit dem im Auto angebrachten TAG (kleines elektronisches Gerät an der Innenseite der Windschutzscheibe) synkronisiert sind und die Maut-Gebühren automatisch erfassen. Auch unsere Mietwagen enthalten dieses Gerät. Die Abrechnung erfolgt entweder pauschal oder bei der Rückgabe des Mietautos. (je nach Anbieter verschieden).
Generell sind die Benzinpreise in Santiago etwas günstiger als ausserhalb der Hauptstadt. Der Liter in Santiago kostet ungefähr 0,70 Euro (93, 95 und 97 Oktan), Diesel nur etwa 0,55 Euro. In Chile tanken ist etwas für Verwöhnte. Fast jede Tankstelle verfügt über Tankwarte, die Ihnen das Auto auftanken und nach Wunsch auch die Scheiben reinigen bzw. Öl- und Wasserstand kontrollieren. Anschliessend können Sie bequem vom Auto aus mit Kreditkarte oder bar bezahlen. Im Grunde genommen müssen Sie das Auto während des Tankvorganges nicht verlassen.
In den Herbst- und Wintermonaten von April bis August, in denen die Smog-Belastung in der chilenischen Hauptstadt besonders hoch ist, gibt es im Stadtgebiet von Santiago tagsüber zwischen 7.30 und 21.00 Uhr Beschränkungen für bestimmte Autos. Welche Autos an einem Tag nicht fahren dürfen, richtet sich dabei immer nach der letzten Ziffer des Kennzeichens. Im Normalfall betrifft die Beschränkung lediglich Autos ohne Katalysator. Autos mit Katalysator sind mit einem grünen Aufkleber auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet. Lediglich an Tagen mit besonders schlechter Luftqualität werden auch Autos mit Katalysator vom Strassenverkehr ausgeschlossen. Die aktuellen Beschränkungen werden immer in den Nachrichten und Zeitungen bekannt gegeben. Ebenso findet man die entsprechenden Informationen auch im Internet unter www.uoct.cl .
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